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Der Auslöser – Wie der Körper sich wehrt

Die Tuberkulose wird durch Bakterien mit dem Namen „Mycobacterium tuberculosis“ ausgelöst. Der Erreger kann von Mensch zu Mensch übertragen werden – die Krankheit ist also ansteckend! 

Auch die Übertragung durch Rinder ist möglich, tritt aber heutzutage sehr selten auf.

Die latente Tuberkuloseinfektion

Eine Infektion mit Tuberkulosebakterien bedeutet aber noch keine Krankheit. Sobald sich die Bakterien im Körper ansiedeln (normalerweise in der Lunge) und beginnen, sich zu vermehren, wird der Abwehrmechanismus unseres Körpers aktiviert: Abwehrzellen greifen die Tuberkulosebakterien an und versuchen sie einzukapseln, um sie „stillzulegen“ und dadurch unschädlich zu machen. In den meisten Fällen ist das Manöver unserer Abwehrzellen erfolgreich. Ab der ersten Infektion ist das Immunsystem gewarnt und bleibt für den Fall einer späteren Infektion in Alarmbereitschaft. 

Diese „Alarmbereitschaft“ des Immunsystems macht man sich auch für die Diagnose einer Tuberkuloseinfektion zunutze (Tuberkulin-Hauttest und Interferon-gamma-Bluttest). In 90% der Fälle kann das Immunsystem die Tuberkulosebakterien über Jahrzehnte lang einkapseln und somit stilllegen. Diese Form der Tuberkuloseinfektion, die man als „latent“ bezeichnet, verläuft symptomlos und ist normalerweise nicht behandlungsbedürftig. 

Ausnahmen gibt es bei Kindern, die man häufig aufgrund des hohen Risikos eine aktive Tuberkulose zu entwickeln, vorsorglich über mehrere Monate mit einem Antibiotikum behandelt. 

Auch bei immungeschwächten Menschen oder Personen, die Immunsystem-unterdrückende Medikamente, wie z. B. TNF alpha-Hemmer einnehmen, wird oft eine präventive Behandlung mit Isoniazid durchgeführt.

Die Lunge – Mittelpunkt des Geschehens

Die aktive Tuberkulose

Bei nur 10 von 100 Personen, die sich mit Tuberkulosebakterien infiziert haben, kommt es zu einer aktiven Erkrankung. Tuberkulosebakterien setzen sich mit Vorliebe in dem feinen Lungen-Gewebe fest. Durch unser Ein- und Ausatmen steht die Lunge in ständigem Kontakt mit der Umwelt. Kein Wunder also, dass unser Atmungsorgan immer der erste Ort einer Infektion und der anschließenden Erkrankung ist.

Die Lungentuberkulose ist die häufigste Form der Tuberkulose.

Auf dem Röntgenbild sieht man kleine entzündliche Knötchen in der Lunge, die zu Beginn der Erkrankung von Gewebe und Abwehrzellen umgeben sind. Dieses „Einschließen“ verhindert das Ausbreiten der Bakterien hin zur Luftröhre, durch die der Erreger in unsere Umgebung gelangen und sich weiter verbreiten kann. In diesem Stadium spricht man von einer „geschlossenen Tuberkulose“. Wenn jetzt keine Therapie einsetzt, schreitet der Entzündungsprozess fort und eine „offene Tuberkulose“ entsteht. Von nun an können die Bakterien nach außen gelangen.

Es besteht Ansteckungsgefahr!

Wird die Krankheit jedoch rechtzeitig entdeckt und konsequent therapiert, haben die Bakterien keine Chance.

Die extrapulmonale Tuberkulose

Wenn die Lungentuberkulose nicht vollständig ausheilt, bleiben Reste von Mykobakterien winterschlafähnlich im Lungengewebe zurück. Sie können sich auch nach Jahren wieder aktivieren und so eine erneute Erkrankung auslösen. Tuberkulosebakterien können aber auch über die Blutbahn in andere Organe gelangen und dort einen tuberkulösen Prozess entfachen. Knochen-, Nieren-, Darm- oder Hirnhauttuberkulose können die Folge sein. Diese außerhalb der Lunge entstehende Tuberkulose nennt man „extrapulmonale Tuberkulose“. Ansteckend ist sie nicht, muss aber dennoch zwingend behandelt werden.

Resistente Erreger – Eine Herausforderung

Es gibt Bakterien, die resistent (widerstandsfähig) gegenüber bestimmten Arzneimitteln sind – auch bei der Tuberkuloseerkrankung. Bestimmte Wirkstoffe können dem Erreger nichts mehr anhaben, was die Behandlung für den Arzt und den Patienten gleichermaßen deutlich erschwert.

Resistente Tuberkulose“ bedeutet aber keineswegs, dass kein Arzneimittel mehr wirkt. Ihr Arzt wird immer Wirkstoffe finden, mit denen er Sie behandeln kann. Problematisch dabei ist allerdings, dass Ihre Behandlung deutlich länger dauert und damit eine größere Herausforderung für die Therapie und natürlich auch für Sie ist.

Die Ursache für solche Resistenzen waren unzureichende Therapien oder ein zu früher Therapieabbruch, zum Beispiel, weil sich der Patient bereits kerngesund fühlte, obwohl er es nicht war.

Darum beherzigen Sie bitte umso mehr, Ihre Medikamente absolut regelmäßig zu nehmen. Vergessen Sie keine Einnahme und führen Sie die Therapie bis zum Ende durch.

Auch wenn Sie sich schon wieder fit fühlen.

RIEMSER Pharma GmbH